Festival an der Drachenwand
St. Lorenz am Mondsee in Österreich, 17. - 18. Juli 2026
Musik kann eine positive Wirkung auf Psyche, Körper und unser Zusammenleben haben. Unter diesem Gedanken stand das Festival an der Drachenwand 2024. Das diesjährige Motto unseres zweitägigen Festivals lautet „Musik und Performance“ – und widmet sich der Frage, wie Musik unsere Leistungsfähigkeit, unser Wohlbefinden und unser Miteinander beeinflussen kann.
Dabei beleuchten wir das Thema sowohl aus medizinischer als auch aus gesellschaftlicher Perspektive. Der Mediziner Dr. David Baaß zeigt, wie Musik therapeutisch eingesetzt werden kann. Der Publizist und Journalist Ullrich Fichtner veranschaulicht anhand biologischer, soziologischer und psychologischer Beispiele, welche Wirkung Musik auf uns Menschen haben kann – von besseren Überlebenschancen bei Frühchen über positive Effekte musikalischer Betätigung auf schulische Entwicklung und Sozialverhalten bis hin zur verbindenden Kraft des Chorsingens und der Rolle von Musik bei Spitzenleistungen.
Umrahmt werden diese Themen von Kammermusik von Franz Schubert und Gustav Mahler:
am 17. Juli im Pferdestall Achort 23 in St. Lorenz und am 18. Juli in der Kirche St. Lorenz.
Mit dem Festival an der Drachenwand möchten wir auf die enge Verbindung von Mensch, Musik und Medizin aufmerksam machen. Das gemeinnützige Festival unterstützt darüber hinaus Forschungsprojekte, die sich dieser Verbindung widmen. Der Reinerlös kommt jedes Jahr einem anderen Forschungsprojekt zugute – die diesjährig geförderte Studie befasst sich damit, wie Musik die Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit steigern kann. Dieser Effekt ist besonders ausgeprägt bei Präsentation von Live-Musik. Das Forschungsprojekt untersucht, inwieweit dieser Effekt im Rahmen einer wissenschaftlichen Veranstaltung nachgewiesen werden kann. Durch Musikinterventionen zwischen den Sitzungen könnte somit die Aufnahmekapazität der Zuhörer verbessert werden, sodass dieser am Tagesende weniger erschöpft ist und mehr Wissen aufnehmen kann.
Wir freuen uns auf Sie!
Künstler und Vortragende
Adam Banda wurde 1986 in Balassagyarmat geboren. Im Alter von 13 Jahren wurde er in die Vorbereitungsklasse für außergewöhnlich begabte junge Talente an der Franz Liszt Academy of Music in Budapest aufgenommen, wo er bei Professorin Eszter Perényi studierte und sein Diplomkonzert 2009 im Großen Saal der Franz Liszt Akademie für Musik spielte.
Er gewann zahlreiche nationale und internationale Wettbewerbe, darunter 2001 den Ferenc-Halász-Preis, 2003 den ersten Preis und den Grand Prix beim Ede-Zathureczky-Nationalen Violinwettbewerb sowie den ersten Preis beim Carl Flesch Wettbewerb. 2004 erhielt er den Pro-Europe-Preis. 2006 gewann er beim Yampolsky International Violin Competition in Moscow den zweiten Preis sowie den Sonderpreis der Jury. 2007 erhielt er sowohl den ersten Preis beim Dénes-Legány-Wettbewerb als auch beim Szigeti-Hubay- Violinwettbewerb in Budapest, wo er zudem mit dem Hubay-Sonderpreis ausgezeichnet wurde.
Im Jahr 2007 wurde er mit zwei bedeutenden nationalen Auszeichnungen geehrt: dem Junior Prima Primissima sowie dem Artisjus-Preis. 2009 erhielt er die Auszeichnung der ungarischen Regierung für herausragende junge Talente – den Youths of March Award. 2011 gewann er den Grand Prix der ECHO Rising Stars, wodurch er in der Saison 2012/13 die Möglichkeit erhielt, in den renommiertesten Konzertsälen Europas aufzutreten. 2012 wurde ihm das Ungarische Verdienstkreuz in Bronze verliehen. 2022 erhielt er die höchste ungarische berufliche Auszeichnung, den Ferenc Liszt Prize.
Seit 2012 unterrichtet er an der Franz Liszt Akademie für Musik, leitet die Violinklassen und wird weltweit zu Meisterkursen eingeladen.
2018 erhielt er an der Franz Liszt Academy of Music den Grad eines Doctor of Liberal Arts. Kurz darauf wurde er Mitglied des Promotionsausschusses und ist seit 2024 Programmleiter für Streicher im Doktoratsstudium.
2023 wurde er zum Gastprofessor am Shenyang Conservatory of Music ernannt und 2024 am Tianjin Conservatory of Music.
Bislang konzertierte er in ganz Europa, unter anderem im Concertgebouw Amsterdam, im Wiener Musikverein, in der Laeiszhalle Hamburg, in der Kölner Philharmonie, im Palau de la Música Catalana, in der Cité de la Musique Paris, im BOZAR in Brüssel sowie im Megaron Athen. Darüber hinaus trat er auch in den USA, Canada, den United Arab Emirates, in China, South Korea, Vietnam, Singapore, Macau und Japan auf.
Er arbeitete mit vielen renommierten Künstlern zusammen, darunter Sir András Schiff, Péter Frankl, Oliver von Dohnányi, Pinchas Steinberg, José Cura, Zoltán Kocsis und Miklós Perényi.
Nanni Debus-Malm, Violine, ist Mitglied in der Camerata Salzburg und im Mahler Chamber Orchestra. Sie spielt zudem regelmäßig mit dem Originalklangkörper Mahler Academy Orchestra und dem Lucerne Festival Orchestra.
Ihre besondere Leidenschaft gilt der Kammermusik und der Musikvermittlung, die einen zunehmend wichtigen Teil ihres Betätigungsfeldes einnimmt. Sie ist verantwortlich für das Musikvermittlungsprogramm „Camerata Young“ der Camerata Salzburg, für das sie inklusive Workshops für alle Altersgruppen sowie für Menschen mit Beeinträchtigung konzipiert und leitet. Sie entwickelte verschiedene Konzertformate wie die Camerata Soundbar, das "Konzert für ALLE-wirklich alle" und die Konzerte für Klein und Groß, die sie auch moderiert.
Zusammen mit ihrem Mann Sebastian Debus veranstaltet Nanni Malm das „Festival an der Drachenwand“, das Kammermusik mit Vorträgen zu Musik-Medizin kombiniert und musikmedizinische Forschungsprojekte unterstützt.
Veronika Hagen, 1963 in Salzburg geboren, begann schon in früher Kindheit Geige zu spielen, ehe sie mit 11 Jahren ihre Liebe zur Bratsche entdeckte.
Aus dem aufsehenerregenden Kinderquartett zusammen mit ihren drei Geschwistern entwickelte sich das Hagen Quartett (seit 1987 mit Rainer Schmidt an der 2.Violine), mit dem sie seit nunmehr 40 Jahren die großen Bühnen der Welt bespielt und die Streichquartettkultur konstant und immer neu und überraschend prägt.
Zu ihren Lehrern sowie wichtigsten Kammermusikpartnern in Besetzungen bis hin zum Oktett zählen u.a. Hatto Beyerle, Gidon Kremer, Heinrich Schiff, Nikolaus Harnoncourt, Ivry Gitlis, Mitsuko Uchida, Krystian Zimerman, Sabine Meyer, Sol Gabetta und Jörg Widmann. Mit ihnen teilt sie ihre tiefe und uneitle Hingabe zur Musik.
Unter den unzähligen und vielprämierten CD-Einspielungen, die seit 1985 bei Deutsche Grammophon und seit 2011 bei Myrios Classics erschienen sind ( allein bei letzterem u.a. 2 Echo Klassik Awards sowie 2 Diapason d’or) finden sich auch Aufnahmen aus ihrer solistischen Tätigkeit, etwa die Brahms Violasonaten mit Paul Gulda oder Mozarts Sinfonia Concertante mit Augustin Dumay und der Camerata Salzburg.
Veronika Hagen unterrichtet seit 1988 an der Universität Mozarteum in Salzburg, seit 2003 hat sie ebenda eine Professur für Viola sowie für Kammermusik inne.
Ihren großen Erfahrungsschatz vermittelt sie der nächsten Generation auch anläßlich von Meisterkursen u.a. in Paris, Madrid, Barcelona, Lissabon, Luzern, Leipzig, Brüssel, Bern, Verbier und an der Internationalen Sommerakademie in Salzburg.
Firmian Lermer, Viola, stammt aus einer österreichisch-bayerischen Familie. Er studierte Musik in München, Salzburg und Wien. Maßgeblichen Einfluss auf ihn hatten Thomas Kakuska (Bratschist des Alban Berg Quartetts), György Kúrtag, Sergiu Celibidache und vor allem Sándor Végh, in dessen „Camerata Academica“ in Salzburg Firmian Lermer Solobratschist ist.
Er ist Gründungsmitglied des Streichsextettes „Hyperion Ensemble“, das seit seinem Debut 1996 weltweit konzertiert, im Wiener Musikverein, dem Teatro Colón Buenos Aires, der Library of Congress Washington, im Palau de la Música Valencia und vielen anderen.
Zudem ist er gefragter Kammermusiker und Solist. Er wurde eingeladen zu Festivals, wie nach Lockenhaus, zu den Salzburger Festspielen, zur Styriarte, zum Schleswig-Holstein Musik Festival, nach Israel, Neuseeland, Südamerika, in die USA, um zusammen mit Musikern wie Lukas Hagen, Alexander Lonquich, Enrico Bronzi, David Geringas, Christian Gerhaher, Giuliianao Carmignola, Eduard Brunner, Lisa Smirnova oder Benjamin Schmid zu spielen.
Große Aufmerksamkeit und hervorragende Kritiken bekam Firmian Lermers Einspielung der Zwölf Fantasien für Viola sola von G. Ph. Telemann (erschienen 2012 bei paladino).
Sein Instrument ist eine Viola von Laurentius Strorioni aus dem Jahr 1796.
Sissy Schmidhuber-Cello ist seit 1994 Mitglied der Münchner Philharmoniker, mit denen sie unzählige Konzertreisen durch Europa sowie nach Japan, Südkorea, Taiwan, Indien, USA und Südamerika unternahm.
Während ihres Studiums an der Musikhochschule Köln war sie Solocellistin des Gustav-Mahler Jugendorchesters und später überdies mehrere Jahre als Solocellistin im Mahler Chamber Orchestra.
Auf Einladung Abbados wirkte sie über mehrere Jahre im Lucerne Festival Orchestra mit.
Zu den Höhepunkten ihrer kammermusikalischen Tätigkeit gehörten Konzerte mit Lisa Batiashvili, Veronika Eberle, Max Hornung, Mark Padmore und Ivri Gitlis. Die vielseitige Musikerin widmet sich auch gerne außergewöhnlichen Crossover-Projekten, so etwa mit Matthias Schriefl und Andreas Schaerer. 2020 gründete sie mit drei Kollegen ihrer Cellogruppe das Celloquartett "Isarcellists".
Massimo Polidori-Cello, geboren in Turin, begann sein Studium beim Brancaleon-Orchester am Konservatorium seiner Heimatstadt und schloss mit Auszeichnung im Fach Violoncello ab. Anschließend perfektionierte er sein Können bei Antonio Janigro, Mario Brunello und Daniil Schafran und gewann 1996 den ersten Preis für Virtuosität am Genfer Konservatorium als Schüler von Daniel Grosgurin. Ab 1995 war er für fünf Jahre Solocellist der „Camerata Bern“, einem Ensemble, mit dem er weltweit mit renommierten Musikern wie András Schiff, Heinz Holliger, Peter Serkin, Ana Chumachenco und Thomas Zehetmair tourte und Aufnahmen für Decca, Berlin Classic und Philips einspielte. Im Februar 2000 wurde er von Riccardo Muti zum Solocellisten des Orchesters der Mailänder Scala ernannt. Er unterrichtet an der „Accademia di Perfezionamento“ der Mailänder Scala.
Roberto di Ronza – Kontrabass stammt aus Caserta und studierte in Neapel. Erste berufliche Erfahrungen sammelte er u.a. in Mailand, bevor er 1994 nach Salzburg zog, wo er sein Studium am Mozarteum als Schüler von Prof. Klaus Stoll fortsetzte. Er hat im Laufe seiner mehr als dreißigjährigen Karriere als Orchester- und Kammermusiker auf den bedeutendsten Bühnen Europas, Nord- und Süd-Amerikas sowie Japans, Chinas und Süd-Koreas regelmäßig konzertiert.
Roberto Di Ronza hat als Solo-Kontrabassist in zahlreichen Orchestern als festes Mitglied (Münchener Symphoniker, Deutsche Kammerakademie) oder auch als Gast (Camerata Salzburg, Münchner Kammerorchester, Mozarteum-Orchester, Stuttgarter Kammerorchester u.a.) gewirkt und ist bis heute in dieser Funktion bei der Österreichischen-Ungarischen Haydnphilharmonie tätig. Er wirkt seit 2004 und bis heute im Lucerne Festival Orchestra regelmäßig mit und hat mit diesem unter der Leitung von Dirigenten wie Claudio Abbado, Andris Nelsons, Yannick Nezét-Seguin, Simon Rattle und Riccardo Chailly konzertiert.
Zu seinen Kammermusikpartnern zählen das Hagen Quartett, Sol Gabetta, Itamar Golan, Menahem Pressler, Veronika Hagen, Benjamin Schmid, das Amatis Trio u.a.
Zahlreiche Aufnahmen dokumentieren seinen musikalischen Werdegang. Darunter zählen CD-Einspielungen mit den Münchner Symphonikern, dem Münchner Kammerorchester, der Bläserphilharmonie des Mozarteums Salzburgs (W.A.Mozart, Gran Partita) und zu den bedeutendsten W.A. Mozarts Adagio e Fuga mit dem Hagen Quartett aus dem Jahr 2000, für die Deutsche Grammophon.
E. Sebastian Debus, Klavier, ist Professor für Chirurgie und Direktor/Lehrstuhlinhaber der Klinik für Gefäßmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Er war Generalsekretär der Europäischen Gesellschaft für Gefäßchirurgie (ESVS) und ist derzeit deren Präsident. Als einer der führenden deutschen Chirurgen war er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie. Er hat mehrere Bücher herausgegeben und über 350 wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht.
Parallel zur Medizin studierte er Klavier und Kontrabass als externer Student an der Musikhochschule zu Lübeck. Er hat am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf ein musikmedizinisches Programm aufgebaut und gründete die Brahms-Billroth-Stiftung für Musik Medizin mit dem Ziel, die musikmedizinische Forschung zu fördern sowie Veranstaltungen und Vortrags-Konzerte durchzuführen, um dieses Thema in der Öffentlichkeit bekannt zu machen.
Dr. med. David Sebastian Baass studierte am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf Humanmedizin (Abschluss 2016) und ist nebenberuflich als Kirchenmusiker und Kantor an der Hauptkirche St. Michaelis, Hamburg, tätig. Er leitet den UKE-Studierendenchor und weitere a capella Projekte und ist Lehrbeauftragter für „Musik und Gesundheit“ an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Arbeitsschwerpunkte liegen in der Musiker:innen-Medizin und der Psychosomatik. In der Musik liegen seine Schwerpunkte in der Improvisation und im Arrangieren und Komponieren von Vokalmusik.
Ullrich Fichtner, vielfach ausgezeichneter Reporter und Kolumnist, bereist für den SPIEGEL seit 2001 die Welt. Er hat aus vielen Kriegs- und Krisengebieten berichtet, mit wechselnden Dienstsitzen in Berlin, Hamburg, New York und Paris. Im November 2025 erschien sein neues Buch „Die Macht der Musik - Über ihre Kraft, unser Leben glücklicher und unsere Gesellschaft gerechter zu machen“. Darin wirbt Fichtner, gestützt auf den aktuellen Forschungsstand und eigene Recherchen für eine umfassende „Musikalisierung“ der Verhältnisse.

